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Alban Nikolai Herbst liest aus der "Anderswelt" Trilogie

Alban Nikolai Herbst
Alban Nikolai Herbst liest aus der "Anderswelt" Trilogie

Donnerstag, 12.01.2017

20:00 Uhr Hessisches Landestheater Marburg
Am Schwanhof 68–72
35037 Marburg

Im Herbst 1998 erschien bei Rowohlt der erste von drei Bänden des Romanzyklus‘ Anderswelt – einem Romanunternehmen, von dem Katharina Döbler in der ZEIT schrieb, es sei dies wahrscheinlich das ambitionierteste Projekt der derzeitigen deutschsprachigen Gegenwart überhaupt. Ralf Schnell sprach in seiner Geschichte der deutschen Literatur seit 1945 von einem Paradoxon in Romanform. Bei Anderswelt handele es sich um „die am weitesten vorangetriebene literarische Ästhetik im Zeitalter der Digitalisierung“. Zugleich zeigen die eigenwilligen Gattungsbezeichnungen der Romane – Fantastischer Roman/Kybernetischer Roman/Epischer Roman“ –, dass sich Herbst deutlich auch an der Klassischen, antik-klassischen Literatur orientiert. Darüber hinaus bezieht sich das verzweigte Romanwerk, das bisweilen mit Ovids Metamorphosen verglichen wurde, sowohl auf klassische Mythen wie auch auf solche der Pop-Kulturen.
Seit 2013 wird die Trilogie von dem Berliner Elfenbein-Verlag betreut, in dem vor drei Jahren auch der Abschlussband „Argo.Anderswelt“ erschien. Nun hat der Verlag die zweite Auflage des mittleren Bandes „Buenos Aires.Anderswelt“ herausgebracht. Aus diesem Anlass stellt Alban Nikolai Herbst seine Trilogie am 12. Januar 2016 um 20.00 h im Hessischen Landestheater Marburg (auf der Bühne des Theaters am Schwanhof) vor – in einer Art, wie er ironisch angekündigt hat, „Medley“ aller drei Bücher.
Herbsts Anderswelt spielt vermeintlich in der Zukunft; bisweilen finden wir uns aber mitten in der unmittelbaren Gegenwart der großen Weltstädte wieder - von Mumbai über Wien und Buenos Aires bis Berlin. Und es braucht nur ein kurzes Zurseiteneigen des Kopfes, um zu bemerken, dass wir es in Wahrheit mit einem schlagenden Realismus zu tun haben, der sich lediglich zur Kenntlichkeit verstellt hat.
Übrigens gilt Alban Nikolai Herbst als begnadeter Vortragskünstler – was seine öffentlichen Lesungen immer wieder zu Ereignissen gemacht hat und vielleicht auch diesmal machen wird.

Für sein Werk wurde Alban Nikolai Herbst unter anderem mit dem Grimmelshausenpreis, dem Rompreis der Villa Massimo und dem Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar ausgezeichnet. Im Jahr 2000 war er writer in residence der Keio-Universität, Tokyo, 2007 hatte er die Poetikdozentur der Universität Heidelberg inne, und in diesem Jahr geht er an der Marburger Universität einem Lehrauftrag zum Thema Literatur im Radio nach. Für 2017 hat ihn die Aston Universität Birmingham als writer in residence eingeladen.
Neben seinem umfangreichen Prosawerk ist Herbst auch als Lyriker hervorgetreten. Ebenfalls bei Elfenbein erschienen im Jahr 2011 seine „Das bleibende Thier“ genannten Bamberger Elegien. Einen weiteren Teil seines Werks bestimmen seine für den Rundfunk nach musikalischen Prinzipien komponierten sogenannten Poetischen Hörstücke. Im Internet betreibt er seit 2004 das Literarische Weblog „Die Dschungel. Anderswelt“.

Eintritt: nur an der Abendkasse 6,- € und 3,- € ermäßigt.

Marburger Literaturforum e.V. und Hessisches Landestheater Marburg mit freundlicher Unterstützung durch die Kulturelle Aktion Marburg-Strömung e.V. und die Buchhandlung Roter Stern.

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