Am 12.1.20178 trägt Herbst um 20.00 h aus Anlass der Neuauflage des zweiten Teils der "Anderswelt"-Trilogie im Theater am Schwanhof vor

Alban Nikolai Hernst
Alban Nikolai Herbst liest aus der "Anderswelt"-Trilogie

Dienstag, 12.01.2016

20:00 Uhr Theater am Schwanhof

Im Herbst 1998 erschien bei Rowohlt der erste von drei Bänden des
Romanzyklus‘ Anderswelt – einem Romanunternehmen, von dem Katharina
Döbler in der ZEIT schrieb, es sei dies wahrscheinlich das
ambitionierteste Projekt der derzeitigen deutschsprachigen Gegenwart
überhaupt. Ralf Schnell sprach in seiner Geschichte der deutschen
Literatur seit 1945 von einem Paradoxon in Romanform. Bei Anderswelt
handele es sich um „die am weitesten vorangetriebene literarische
Ästhetik im Zeitalter der Digitalisierung“. Zugleich zeigen die
eigenwilligen Gattungsbezeichnungen der Romane – Fantastischer
Roman/Kybernetischer Roman/Epischer Roman“ –, dass sich Herbst deutlich
auch an der Klassischen, antik-klassischen Literatur orientiert. Darüber
hinaus bezieht sich das verzweigte Romanwerk, das bisweilen mit Ovids
Metamorphosen verglichen wurde, sowohl auf klassische Mythen wie auch
auf solche der Pop-Kulturen.
Seit 2013 wird die Trilogie von dem Berliner Elfenbein-Verlag betreut,
in dem vor drei Jahren auch der Abschlussband „Argo.Anderswelt“
erschien. Nun hat der Verlag die zweite Auflage des mittleren Bandes
„Buenos Aires.Anderswelt“ herausgebracht. Aus diesem Anlass stellt Alban
Nikolai Herbst seine Trilogie am 12. Januar 2016 um 20.00 h im
Hessischen Landestheater Marburg (auf der Bühne des Theaters am
Schwanhof) vor – in einer Art, wie er ironisch angekündigt hat, „Medley“
aller drei Bücher.
Herbsts Anderswelt spielt vermeintlich in der Zukunft; bisweilen finden
wir uns aber mitten in der unmittelbaren Gegenwart der großen Weltstädte
wieder - von Mumbai über Wien und Buenos Aires bis Berlin. Und es
braucht nur ein kurzes Zurseiteneigen des Kopfes, um zu bemerken, dass
wir es in Wahrheit mit einem schlagenden Realismus zu tun haben, der
sich lediglich zur Kenntlichkeit verstellt hat.
Übrigens gilt Alban Nikolai Herbst als begnadeter Vortragskünstler – was
seine öffentlichen Lesungen immer wieder zu Ereignissen gemacht hat und
vielleicht auch diesmal machen wird.

Für sein Werk wurde Alban Nikolai Herbst unter anderem mit dem
Grimmelshausenpreis, dem Rompreis der Villa Massimo und dem
Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar ausgezeichnet. Im Jahr 2000 war er
writer in residence der Keio-Universität, Tokyo, 2007 hatte er die
Poetikdozentur der Universität Heidelberg inne, und in diesem Jahr geht
er an der Marburger Universität einem Lehrauftrag zum Thema Literatur im
Radio nach. Für 2017 hat ihn die Aston Universität Birmingham als writer
in residence eingeladen.
Neben seinem umfangreichen Prosawerk ist Herbst auch als Lyriker
hervorgetreten. Ebenfalls bei Elfenbein erschienen im Jahr 2011 seine
„Das bleibende Thier“ genannten Bamberger Elegien. Einen weiteren Teil
seines Werks bestimmen seine für den Rundfunk nach musikalischen
Prinzipien komponierten sogenannten Poetischen Hörstücke. Im Internet
betreibt er seit 2004 das Literarische Weblog „Die Dschungel. Anderswelt“.

Eintritt: nur an der Abendkasse 6,- € und 3,- € ermäßigt.

Marburger Literaturforum e.V. und Hessisches Landestheater Marburg mit
freundlicher Unterstützung durch die Kulturelle Aktion Marburg-Strömung
e.V. und die Buchhandlung Roter Stern.

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